Veranstaltungen – aktuell

Mit diesem Internet-Auftritt informiert unsere Bürgerinitiative über Aktivitäten und Veranstaltungen zur Bewahrung und nachhaltigen Entwicklung des ersten deutschen Fernbahnhofs, den Alten Leipziger Bahnhof.
Wir verschicken in unregelmäßigen Abständen Informationen zu neuen Entwicklungen im Ringen um dieses städtebauliche und stadtgeschichtliche Kleinod per email. Wenn Sie in den Verteiler dafür aufgenommen werden möchten, tragen Sie sich bitte HIER ein.


07. August 2019    Podiumsdiskussion

Wer bestimmt eigentlich wie wir wohnen? – Akteure im Gespräch
Mittwoch 7. August 2019, 19.oo Uhr
Zentrum für Baukultur Sachsen (ZfBK)
im Kulturpalast Dresden, Erdgeschoss
https://www.zfbk.de/portfolio/wer-bestimmt-eigentlich-wie-wir-wohnen/

–> organisiert von der Bürgerinitiative Wohnen am Leipziger Bahnhof
–>gemeinsam mit der Technischen Universität (TU) Dresden, Fakultät  Architektur, Institut für Städtebau und Raumplanung sowie Institut für Landschaftsarchitektur
–> freundlich unterstützt vom Zentrum für Baukultur Sachsen (ZfBK)

Wie wir „wohnen“, das hängt nicht bloß von der Wohnung selbst ab. Vielmehr wird die Wohnqualität mindestens ebenso stark bestimmt durch den Standort, an dem sich die Wohnung befindet, durch dessen Lage in der Stadt(-landschaft) und durch seine soziale, funktionale und bauliche Struktur: die Nachbarn, Schulen, Verkehrswegenetz und sonstige Versorgungseinrichtungen, Kneipen, Freiraumangebot, kulturelle Aktivitäten und vieles mehr.  Dies alles ist zu berücksichtigen, wenn neue Stadtteile entwickelt werden.

Aber:
Wer hat Einfluss darauf?
Ist der „Normalbürger“ finsteren Kräften hilflos ausgeliefert?

Auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs und angrenzenden Brachflächen bietet sich der Stadt Dresden aktuell die seltene Chance, ein Quartier mit besonderen Qualitäten zu entwickeln: teils für wirtschaftliche und kulturelle Zwecke, teils zum Wohnen. Da ist es angebracht, über Entscheidungsprozesse in der Stadtteilentwicklung nachzudenken und zu sprechen. Die Podiumsdiskussion soll die  Komplexität dieser Prozesse wenigstens ansatzweise erkennbar machen.

Es geht dabei um Prozesse, die allgemein bei der Entwicklung von Quartieren von Bedeutung sind. Es geht also nicht nur um den Fall Leipziger Vorstadt. Dieser Fall bietet aber eine faszinierendes Anschauungsbeispiel und den willkommenen Anlass für den Gedanken- und Erfahrungsaustausch, zu dem nicht nur die Teilnehmer auf dem Podium, sondern  alle Gäste des Abends herzlich eingeladen sind!

Folgenden Fragen wollen wir an diesem Abend nachgehen:

  • Mit welchen Mitteln kann eine Stadt – das heißt: die Stadtverwaltung im Auftrag des Stadtrats – Wohnstandorte schaffen oder beeinflussen?
  • Wie – mit welchen Instrumenten – entwickeln Investoren aus einer potentiellen Baufläche ein „Projekt“, also ein Bauvorhaben mit einem bestimmten wirtschaftlichen, städtebaulichen und architektonischen Konzept?
  • Wie können Bürger und Bürgerinnen auf Ziele und einzelne Schritte der Stadtentwicklung Einfluss nehmen?
  • Wie lassen sich Akteure und Betroffene in einem Prozess des Interessenausgleichs zusammenführen?

Auf dem Podium diskutieren:

  • Manuel Bäumler, TU Dresden, Fakultät Architektur, Institut für Städtebau und Raumplanung
  • Thomas Cromm, REVITALIS REAL ESTATE AG, Hamburg
  • Fritjof Mothes, StadtLabor, Leipzig
  • Anja Osiander, Bürgerinitiativen „Hufewiesen“ und „Wohnen am Leipziger Bahnhof“, Dresden

Moderation: Prof. Irene Lohaus, Technische Universität (TU) Dresden, Fakultät Architektur, Institut für Landschaftsarchitektur

Wir freuen uns auf Sie!


25. Juli 2019  bis 17. August 2019       Ausstellung

Inspirationsort. Alter Leipziger Bahnhof Dresden – Was wäre, wenn …?

Ausstellung im Zentrum für Baukultur Sachsen im Dresdner Kulturpalast:
https://www.zfbk.de/portfolio/inspirationsort-alter-leipziger-bahnhof-dresden/

Neue Blicke auf einen alten Ort. Studentische Ideen und Entwürfe für eine Potenzialfläche inmitten von Dresden. Die Chance, einen Ort mit besonderen Qualitäten als Wohnstandort und Viertel mit weiteren wirtschaftlichen und kulturellen Funktionen zu initiieren, bietet sich zurzeit auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs und angrenzenden Brachflächen in Dresden. Von dieser „Spielwiese“ inspiriert, entwickelten Studentinnen und Studenten der Architektur und der Landschaftsarchitektur Ideen und Entwürfe, die in der Ausstellung „Inspirationsort. Alter Leipziger Bahnhof Dresden. Was wäre wenn…?“ auszugsweise vorgestellt werden. Im Vordergrund steht dabei, welche räumlichen Situationen durch die Anordnung von Grünflächen und Gebäuden geschaffen werden können.

Ausstellung: Prof. Manuel Bäumler, Technische Universität Dresden, Fakultät Architektur, Institut für Städtebau und Regionalplanung

Exponate: Studentinnen und Studenten der Studiengänge Architektur und Landschaftsarchitektur, Technische Universität Dresden, Fakultät Architektur, Institute Städtebau und Regionalplanung, Landschaftsarchitektur, Gebäudelehre, Grundlagen der Gestaltung und Darstellung


04. Mai 2019 Walk with Jane…

Am kommenden Sonnabend, 4. Mai 2019, greifen wir die schöne Erfindung aus dem Vorjahr wieder auf und veranstalten im Rahmen des Jane’s Walk Festival Dresden einen weiteren Spaziergang rund um den Alten Leipziger Bahnhof.  Diesmal werden die Ideen von Jane Jacobs höchstpersönlich Anlaß für Beobachtungen und Reflektionen sein. Sie sind herzlich dazu eingeladen! Wir treffen uns um 15 Uhr am ehemaligen Haupteingang an der Ecke Leipziger Straße/Bahnhofstraße (jetzt Hertz-Autovermietung).


26. April 2019 Podiumsdiskussion

 

Die Bürgerinitiative Wohnen am Leipziger Bahnhof veranstaltet anlässlich der kommenden Wahl des Dresdner Stadtrats eine Diskussionsveranstaltung mit Kandidaten und Kandidatinnen aus den Wahlkreisen Pieschen und Neustadt zum Thema:

Neue Vielfalt für den [Alten] Leipziger Bahnhof  –  Eine Zukunft ohne Globus-Markt?

Freitag, 26.04.2019, um 19 Uhr
in der Blauen Fabrik (Eisenbahnstraße 1)

Der Beigeordnete für Stadtentwicklung Raoul Schmidt-Lamontain wird zum Auftakt Möglichkeiten zur zukünftigen Entwicklung des Geländes und zu einer Bürgerbeteiligung darstellen.

Es folgt eine Runde mit kurzen Stellungnahmen von Kandidaten und Kandidatinnen für den Stadtrat zu folgenden Fragen:

  • Was ist Ihnen am Wichtigsten an der künftigen Entwicklung des Alten Leipziger Bahnhofs und der angrenzenden neuen Quartiere bis zum Puschkinplatz?
  • Wie stehen Sie zu einer Bürgerbeteiligung zur Entwicklung der Leipziger Vorstadt?
  • Wie würden Sie die weitere Entwicklung unterstützen? Welche Rolle sehen Sie für sich persönlich und für den Stadtrat dabei?

Anschließend wird die Debatte geöffnet für Fragen und Meinungen aus dem Publikum. Wir freuen uns auf einen lebhaften Gedankenaustausch!

Von den für die Kommunalwahl kandidierenden Parteien haben bislang zugesagt:

  • CDU (Vertreter wird noch benannt)
  • SPD mit Stefan Engel (Kandidat Pieschen)
  • Die LINKE  mit Pia Parkow (amtierende Stadträtin und Kandidatin Pieschen)
  • Bündnis 90/Die Grünen mit Kati Bischoffberger (amtierende Stadträtin und Kandidatin Pieschen)
  • Die Piraten mit Dr. Martin Schulte-Wissermann (amtierender Stadtrat und Kandidat Neustadt)
  • FDP mit Stefan Scharf (Kandidat Pieschen)

Moderiert wird der Abend von Dr. Judith Brombacher, Sprecherin der Initiative Wohnen am Leipziger Bahnhof.

Wir bemühen uns darum, im Anschluß an die Podiumsdiskussion noch Gespräche in kleineren Runden bei einem angenehmen Getränk zu ermöglichen.


11. März 2019       Bitte schon vormerken!
Kommunalwahlen und Jane’s Walk 2019

Am 26. Mai 2019 wählt Dresden einen neuen Stadtrat. Wie denken die Kandidierenden über die Zukunft des Geländes am Alten Leipziger Bahnhof? Das wollen wir offenlegen und diskutieren. Titel, Zeit und Ort stehen schon fest. Details folgen Anfang April.
Bitte schonmal im Kalender eintragen!

Neue Vielfalt für den Leipziger Bahnhof –
Eine Zukunft ohne GLOBUS-Markt?

Diskussion mit Kandidatinnen und Kandidaten für den Stadtrat
Freitag, 26. April 2019, 19 Uhr
in der Grünen Villa, Eisenbahnstraße 1, 01097 Dresden

Leipziger Bahnhof und Wahlkreise für die Stadtratswahlen 2019.
Ausschnitt aus dem Themenstadtplan, Landeshauptstadt Dresden.

 

 

 

 

Am darauf folgenden Wochenende wird dann Gelegenheit bestehen, das Bahnhofsgelände selbst zu erkunden, und zwar in sachkundiger Begleitung und zusammen mit anderen Interessierten. Wir organisieren einen Spaziergang im Rahmen des Jane’s Walk Festival – Gespräche im Gehen. Der Termin steht schon fest. Weitere Details folgen im April:

Jane’s Walk 2019 am Alten Leipziger Bahnhof
Samstag, 4. Mai 2019, 15 Uhr
….

 


10. Januar 2019
Kooperative Baulandentwicklung in Dresden  – Pressemitteilung

Die Verwaltung der Landeshauptstadt Dresden hat ein Modell entwickelt, um Verhandlungen mit Investoren über größere Bauvorhaben in der Stadt strukturierter zu führen und um von dem dabei entstehenden Mehrwert auch Belange des Gemeinwohls in der Stadt profitieren zu lassen. Das Modell wurde Ende November 2018 vom Beigeordneten für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften Raoul Schmidt-Lamontain der Öffentlichkeit vorgestellt; das Amtsblatt berichtete darüber in der Ausgabe Nr. 48/2018 vom 29.11.2018 (pdf -> Seite 10). Am 9. Januar 2019 veröffentlichte die Sächsische Zeitung einen Bericht über die Haltung von Vertretern verschiedener Immobilienunternehmen zu diesem Modell (online-Version, kostenpflichtig). Sie äußern darin große Skepsis.

Unsere Initiative dagegen sieht in dem Vorhaben ein dringend benötigtes Instrument, um öffentliche und private Interessen in der Dresdner Stadtentwicklung besser auszugleichen. Dazu haben wir am 10. Januar 2019 eine Pressemitteilung veröffentlicht:

Bürgerinitiative unterstützt Modell der Stadtverwaltung zur kooperativen Baulandentwicklung

Die Bürgerinitiative Wohnen am Leipziger Bahnhof unterstützt das aktuell von der Stadtverwaltung vorgestellte Modell für kooperative Baulandentwicklung. Dieses fordert u.a., bei Bebauungsplänen mit Wohnungen künftig 30 Prozent der Geschossfläche als geförderten mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnungsbau zu entwickeln. Kleinere Bauvorhaben sind davon ausgenommen. Das Ziel des Modells ist, bezahlbaren Wohnraum, Räume für die Kultur- und Kreativwirtschaft sowie von Grünflächen in der sich verdichtenden Stadt zu sichern. „Dieses Vorhaben steht in Einklang mit den Zielen unserer Initiative für eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung“, äußert sich Anja Osiander von der Bürgerinitiative.

Den derzeit geäußerten Bedenken von Bauträgern und Investoren, dass diese Forderungen aufgrund stark steigender Grundstückspreise das Bauen in Dresden in Zukunft für sie nicht mehr rentabel mache, entgegnet Erika Schmidt, ebenfalls in der Initiative aktiv:

„Dresden kommt mit diesem Modell den Forderungen des Grundgesetzes nach. Dieses stellt in Artikel 14 klar: ‚Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.’ “

Die Bürgerinitiative sieht die Sicherung des öffentlichen Interesses durch dieses Modell gewahrt.

„Zudem gewährleistet diese Vorgehensweise die gleichen Spielregeln für jeden Bebauungsplan und damit eine Gleichbehandlung aller Investoren.“

Den Bedenken der Bauträger über die ökonomischen Auswirkungen der Vorgaben der Stadtverwaltung hält Judith Brombacher, Sprecherin der Bürgerinitiative entgegen:

„Diese Regelungen sind in Berlin, München, Hamburg und Freiburg eingeführt. Das sind Städte mit Grundstückspreisen, die weit über den Dresdner Verhältnissen liegen. Wenn diese Vorgaben dort ökonomisch nicht zur Unrentabilität führen, ist unter Dresdner Verhältnissen auch nicht damit zu rechnen.“

Ergänzung 17. Januar:
Der politische Kampf darum ist jetzt eingeläutet, weil die Vorlage am Montag (14.1.) offiziell in den Stadtrat eingebracht worden ist. Sie wird überwiegend nichtöffentlich in den Gremien beraten werden und soll am 11. April im Stadtrat zur Abstimmung kommen.
Die Vorlage findet sich im Ratsinformationssystem hier (V2804/18):
http://ratsinfo.dresden.de/vo0050.php?__kvonr=16139


22.Oktober 2018  Offener Brief an die CDU-Fraktion im Stadtrat

Die Sprecherin der Initiative „Wohnen am Leipziger Bahnhof“, Judith Brombacher, hat mit einem offenen Brief auf eine Pressemitteilung der CDU-Fraktion im Dresdner Stadtrat reagiert. Den Hintergrund für diesen Schlagabtausch bilden die Verhandlungen der Stadt mit dem Unternehmen GLOBUS über einen Ausweichstandort für den geplanten Einzelhandelsmarkt im Großformat (8000 Quadratmeter Verkaufsfläche; mehr als 1000 Parkplätze).

Kurz zur Vorgeschichte:
Nach intensiven Sondierungen zwischen Stadt und Unternehmen über mehrere Monate hinweg hatte die Unternehmensleitung von GLOBUS in St. Wendel bei Saarbrücken am 16. Juli 2018 alle angebotenen Alternativen für unzureichend erklärt. Darüber informierte der zuständige Bürgermeister den Stadtrat in einem Bericht  vom 24. September. Daraufhin veröffentlichte der baupolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gunter Thiele, eine Pressemitteilung, in der er Investoren davor in Schutz nahm, daß sie gezwungen würden, sich „rot-rot-grünen Wohnungsbauphantasien“ zu beugen. Stattdessen forderte er einen  „anständigen Umgang“ mit Investoren wie GLOBUS. Das veranlaßte Judith Brombacher zu einer leidenschaftlichen Gegenrede in Form eines Leserbriefes an die Dresdner Neuesten Nachrichten (DNN).

Das Plädoyer von Judith Brombacher wurde in der Wochenendausgabe der DNN vom 6./7. Oktober 2018 an prominenter Stelle in vollem Wortlaut abgedruckt. Gleichzeitig sprachen sich in einer  digitalen Umfrage der Zeitung mehr als 1000 Leserinnen und Leser und damit 68% aller Abstimmenden  dafür aus, keinen GLOBUS-Markt am Alten Leipziger Bahnhof zu errichten. Wir haben diese beiden Dokumente am 18. Oktober an alle Mitglieder der CDU-Fraktion geschickt und eindringlich um ein Gespräch mit Vertretern unserer Initiative gebeten. Wir warten gespannt auf eine Antwort.

Hier können Sie die Details der Kontroverse nachvollziehen:

  • Zwischenbericht des zuständigen Bürgermeisters Raoul Schmidt-Lamontain an den Stadtrat zum Stand der Verhandlungen mit GLOBUS über einen Ausweichstandort (datiert vom 6.9.2018; weitergeleitet an die Stadträte am 24.9.2018)
  • Pressemitteilung der CDU-Fraktion im Dresdner Stadtrat zum Umgang mit GLOBUS  vom 1.10.2018
  • Leserbrief von Judith Brombacher an die DNN zur Pressemitteilung der CDU-Fraktion, veröffentlicht in der Wochenendausgabe vom 6./7.10.2018
    (als Zeitungsseiteals Textdokument)
  • Ergebnisse einer online-Umfrage der DNN zur Entwicklung des Alten Leipziger Bahnhofs (Stand 16.10.2018)
  • Begleitschreiben zur Übergabe des Leserbriefes und der Ergebnisse der DNN-Umfrage an die Mitglieder der CDU-Fraktion im Dresdner Stadtrat, im Fraktionsbüro übergeben am 18.10.2018

26. Juli 2018   Stellungnahme zum Flächennutzungsplan

Das Stadtplanungsamt hat den Flächennutzungsplan für Dresden überarbeitet. Die neue Fassung liegt noch bis zum 07. August öffentlich aus; in dieser Zeit können alle Dresdnerinnen und Dresdner dazu Stellung nehmen. Der Plan ist verbindlich für alle Handlungen der Behörden; er kann allerdings bei der Aufstellung von Bebauungsplänen durch den Stadtrat verändert werden.

Der aktuelle Entwurf sieht auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs *keinen* großflächigen Einzelhandel mehr vor. Das freut uns! In einer  Stellungnahme loben wir die neuen planerischen Zielsetzungen und schlagen noch einige Verbesserungen vor, unter anderem ein möglichst autofreies Quartier und noch mehr Grün.

Außerdem (und vor allem!) fordern wir für die weitere Bauleitplanung zu diesem Gebiet neue Verfahren für eine breite und aktive Beteiligung aller Interessierten. Damit hier wirklich lebendige Quartiere entstehen, müssen Verfahren gefunden werden, die weit über die gesetzlich vorgeschriebene Bürgerbeteiligung hinausgehen. Dafür werden wir uns auch weiterhin mit aller Kraft stark machen!

Lesen Sie unsere Stellungnahme im Wortlaut als pdf.

Ausschnitt aus dem Entwurf für einen neuen Flächennutzungsplan für Dresden, Stand 29.06.2018. Für das Gebiet des Alten Leipziger Bahnhofs sind Wohnen und Gewerbe, Grünverbindungen und Kultureinrichtungen vorgesehen, aber kein großflächiger Einzelhandel mehr. (Quelle: Ratsinformationssystem, Landeshauptstadt Dresden, V1939/17).


6. Juni 2018        Ideenpapier

Dresdner Baukultur im 21. Jahrhundert – Ein Programm für das Gebiet am Alten Leipziger Bahnhof

Schrittchen für Schrittchen bewegen die Gremien der Stadt Dresden sich weg von der Idee eines Großmarktes am Alten Leipziger Bahnhof. Damit wird der Weg frei dafür, das Potential dieses Ortes wie auch der angrenzenden Quartiere für die Zukunft von Dresden neu in den Blick zu nehmen.
Die Initiative „Wohnen am Leipziger Bahnhof“ möchte diese Debatte nach Kräften anregen. Dazu haben wir ein Ideenpapier verfaßt und am 6. Juni 2018 an alle Stadträte sowie an die Beigeordneten Herrn Schmidt-Lamontain (Stadtentwicklung) und Frau Klepsch (Kultur) geschickt. Die darin formulierten Gedanken werden u.a. von Herrn Prof. Glaser (ehem. sächsischer Landeskonservator) und von Uwe Brösdorf, dem Vorsitzenden des Bundes Deutscher Architekten/Landesverband Sachsen, unterstützt.

Im Kern geht es darum, über die übliche Bauleitplanung hinaus eine zukunftweisende, international beachtete Planung für das Gebiet zu initiieren. Dazu schlagen wir vor, neue Formen von Planungswettbewerben zu entwickeln, die künftigen Nutzer*innen intensiv einzubinden und den gesamten Prozeß mit der Bewerbung Dresden als Kulturhauptstadt Europas für das Jahr 2025 zu verbinden.
Einbezogen werden soll das gesamte Gebiet nördlich der Leipziger Straße zwischen dem Bahnhof Dresden-Neustadt und dem Puschkinplatz. Dieses historisch bedeutende ehemalige Industriegebiet bietet viel Raum für einen echten städtebaulichen Aufbruch – ähnlich wie die Gartenstadt Hellerau zu Beginn des vorigen Jahrhunderts. In Hellerau erlangte eine umfassende städtebauliche und gestalterische Reformbewegung internationale Bedeutung. Ähnliches ist jetzt am Alten Leipziger Bahnhof möglich.

Das Motiv des Miteinanders bildet in der Bewerbung Dresdens als Kulturhauptstadt ein zentrales Element. Miteinander – damit ist auch die aktive Auseinandersetzung und gemeinsame Willensbildung von allen Dresdnerinnen und Dresdnern gemeint. Wie wichtig das ist, zeigt sich nirgendwo deutlicher als im Städtebau: Gute Quartiere und lebenswerte Städte entstehen – davon sind wir überzeugt – heutzutage nur durch intensive Beteiligung von Allen, die dort leben, arbeiten, Geld verdienen, genießen oder etwas gestalten wollen.

Deshalb schlagen wir vor, genau hier und genau jetzt neue Wege in der Stadtplanung für Dresden und für Europa zu gehen. So schaffen wir  langfristig einen neuen Anziehungspunkt in Dresden – für Einheimische und Gäste!

>> Weiterlesen: Das Ideenpapier als pdf

Wir freuen uns auf eine lebhafte Debatte mit den politisch Verantwortlichen in Dresden, mit Planer*innen und mit Ihnen und Euch!


Aufgepasst, hier lässt sich was entwickeln! Auf Zickzackkurs durch ein Gebiet im Umbruch // mit Prof. Dr. Erika Schmidt und Kati Bischoffberger

Sonntag, 6. Mai 2018, 16 bis 17 Uhr
Treffpunkt: Neustädter Bahnhof, Ausgang Hansastraße

… ein Stadtrundgang der besonderen Art im Rahmen des Programms Jane’s Walk Festival Dresden 2018, organisiert von Dresden zu Fuss e.V., inspiriert vom Wirken der kanadisch-amerikanischen Stadtaktivistin Jane Jacobs.   Weitere Informationen…


Pressemitteilung 16.04.2018:

 Bürgerinitiative wird durch Bürgermeister bestätigt!

Neues Wohn- und Lebensviertel um den Alten Leipziger Bahnhof möglich und nötig

Die Bürgerinitiative “Wohnen und Leben am Alten Leipziger Bahnhof” setzt sich intensiv für eine nachhaltige Entwicklung des gesamten Gebiets nördlich der Leipziger Straße (bis zur Erfurter Straße und Bahndamm) zu einem durchgrünten Gebiet mit einer Mischnutzung aus Arbeiten, Freizeit, Kultur und Wohnen ein. Leider wird diese – auch von der Stadtverwaltung bevorzugte – Entwicklung bislang durch einen städtebaulich veralteten Beschluss zum Bau eines Einkaufzentrums mit riesigen Parkplätzen verhindert.

Am 16.04. hat die Verwaltung nun die finalen Untersuchungsergebnisse zu den “Potentialen und Restriktionen” auf diesem Gebiet vorgestellt. Die wichtigsten Ergebnisse:

Ca. 1.600 Wohnungen in lockerer Bebauung gemischt mit kleingewerblicher Nutzung können auf dem Gesamtareal des Masterplans laut dem Gutachten neu entstehen. Die angebliche Lärmbelastung durch die Bahnstrecke besteht nicht. Die verkehrsbedingten Emissionen der Leipziger Straße können bautechnisch, vergleichbar anderer innerstädtischer Lagen an verkehrsreichen Straßen und durch die Anordnung von Gewerbe und Wohngebäuden bewältigt werden.

Hierzu erklärt Frau Prof. Erika Schmidt, Mitglied der Bürgerinitiative: “Wir fühlen uns durch die vorgetragenen Ergebnisse mehr als bestätigt. Das Filetstück mit dem Leipziger Bahnhof bietet außergewöhnliche Chancen für die Stadtentwicklung! Es verdient Besseres, als für ein großes Einkaufszentrum und Parkplätze genutzt zu werden.” Die Bürgerinitiative fordert die Mitglieder des Stadtrats auf, nun den veralteten Aufstellungsbeschluss für das Einkaufszentrum zurückzunehmen und den Weg frei zu machen für eine Nutzung, die die wachsende Stadt Dresden dringend benötigt.

Ergänzend stellt Judith Brombacher, Sprecherin der Bürgerinitiative fest: “Die heute vorgestellten Untersuchungsergebnisse bedeuten, dass auf diesem Areal ein lebendiger Stadtteil für Dresden – ein Vorzeigeprojekt – und gleichzeitig der dringend benötigte innerstädtische Wohn- und Arbeitsraum entstehen kann. Genau dies war und ist die Forderung unserer Petition [2], die mit ihren über 4000 Unterzeichnenden diesen positiven und konstruktiven Weg mit angestoßen hat. Wir sind sehr froh, dass wir bis zu den sehr erfreulichen Ergebnissen der Untersuchung unseren kleinen Teil an dieser Entwicklung beisteuern konnten.“

Deutlich wurde beim Pressetermin der Stadtverwaltung, dass die möglichen 1.600 Wohnen auf dem gesamten Areal dann nicht realisierbar wären, wenn ein großes Einkaufszentrum auf das Gelände Leipziger Bahnhof kommt. Der dadurch entstehende Verkehrslärm, zusammen mit dem Lärm durch vorhandenen Gewerbe und Kultureinrichtungen verhindert eine solche Wohnbebauung.

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4.344 Mitzeichnungen – ein deutliches Zeichen für ein lebendiges und mutiges Stadtviertel und Wohnbebauung auf dem Geländes des Leipziger Bahnhofs! 

Vielen Dank allen Menschen, die unser Anliegen unterstützt haben.

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 Weg frei machen: Wohnen und Leben am Leipziger Bahnhof

Alten Bebauungsplan aufheben!

Petition Beschlusstext

Wir fordern den Stadtrat auf, unverzüglich den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan 6007 (V 1234/11), Dresden-Neustadt, „Globus SB-Markt am Alten Leipziger Bahnhof“ mit 12.000 qm Verkaufsfläche und 1.047 Stellplätzen am Alten Leipziger Bahnhof aufzuheben und stattdessen, unter Berücksichtigung der Denkmalschutzbelange, ein neues Wohnquartier zu planen.

Begründung

Dresden wächst jedes Jahr um ca. 5.000 Einwohner. Waren es kurz vor der Jahrtausendwende noch unter 500.000 EinwohnerInnen, so erscheint jetzt sogar eine Einwohnerzahl von bis zu 600.000 im Jahr 2030 realistisch. Diese Entwicklung ist erfreulich und insbesondere die große Anzahl an Kindern macht das Leben in Dresden fröhlich und lebendig.

Das Wachstum stellt aber auch eine große Herausforderung dar. Schulen und Kitas müssen neu entstehen, der Verkehr muss platzsparender und schadstoffärmer werden und viele kleine Grünoasen müssen in der sich verdichtenden Stadt für Naherholung und Ausgleich sorgen. Insbesondere brauchen wir mehr Wohnraum und dezentrale Versorgung (Büro, kleine Geschäfte, Gastro, Kultur). Diese Notwendigkeit hat die Stadt auch schon erkannt und plant grundsätzlich die Stadtentwicklung unter dem Motto „kompakte Stadt im ökologischen Netz“.

Das Areal um den Alten Schlachthof und auf dem Alten Leipziger Bahnhof (zwischen Elbe, Erfurter Straße und Bahndamm) in der Leipziger Vorstadt ist ein idealer Ort, um Wohnen, Arbeiten, Leben und Freizeit mitten in der Stadt zu entwickeln. Hier könnte ein lebendiges und neues Wohnviertel entstehen. Ein Viertel der kurzen Wege, ideal angebunden an den Neustädter Bahnhof, den ÖPNV und die Elbwiesen. Ein Viertel, ideal für eine sich verdichtende Stadt. Ein Viertel, welches endlich eine erlebbare Verbindung zwischen Pieschen und der Neustadt schafft. Ein Viertel, das ein Juwel für die Stadtentwicklung ist.

Um eine Entwicklung in diese Richtung wieder anzustoßen, hat der Stadtrat im Jahr 2015 beschlossen, den ursprünglichen Masterplan aus 2009 wieder aufzunehmen und auf dem gesamten Gelände um den Alten Leipziger Bahnhof ein gemischtes Wohngebiet zu planen (V2940/14).

Allerdings wird die Umsetzung dieses Beschlusses momentan noch durch einen von der Zeit überholten Bebauungsplanentwurf aus dem Jahr 2011 behindert (Aufstellungsbeschluss Bebauungsplan 6007, V1234/11). Laut diesem Bebauungsplan sollte auf großen Teilen des Geländes ein riesiges Einkaufszentrum mit über 1.000 Parkplätzen entstehen. Ein solches Stau erzeugendes Einkaufszentrum, das Kaufkraft aus den angrenzenden Stadtvierteln abzieht und im Herzen Dresdens einen drei Fußballfelder großen Parkplatz entstehen lässt, stünde den verkehrspolitischen und Stadtentwicklungs-Zielen Dresdens komplett entgegen.

Für eine positive Entwicklung von Pieschen, der Neustadt und dem Areal der Leipziger-Vorstadt ist nun unabdingbar, dass der Entwurf des Bebauungsplans 6007 endlich aufgehoben wird. Nur dann kann die Stadt das neue Stadtquartier mit vielen Wohnungen und kleinen Parks im Herzen Dresdens weiter voran bringen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich daher im Mai 2017 Ortsbeiräte von Neustadt und Pieschen ausdrücklich für ein neues Wohn-Stadtquartier und gegen die überholten Einkaufszentrum-Pläne ausgesprochen. Diesem politischen Willen aus beiden Stadtteilen ist der Stadtrat bislang leider nicht gefolgt.

Daher ist nun das Ziel dieser Petition, den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan 6007 endlich aufzuheben.

Dresden braucht Wohnungen – kein Stau auf der Leipziger – Geschäfte in Stadtvierteln erhalten