Veranstaltungen – aktuell

Mit diesem Internet-Auftritt informiert unsere Bürgerinitiative über Aktivitäten und Veranstaltungen zur Bewahrung und nachhaltigen Entwicklung des ersten deutschen Fernbahnhofs, den Alten Leipziger Bahnhof.


26. Juli 2018   Stellungnahme zum Flächennutzungsplan

Das Stadtplanungsamt hat den Flächennutzungsplan für Dresden überarbeitet. Die neue Fassung liegt noch bis zum 07. August öffentlich aus; in dieser Zeit können alle Dresdnerinnen und Dresdner dazu Stellung nehmen. Der Plan ist verbindlich für alle Handlungen der Behörden; er kann allerdings bei der Aufstellung von Bebauungsplänen durch den Stadtrat verändert werden.

Der aktuelle Entwurf sieht auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs *keinen* großflächigen Einzelhandel mehr vor. Das freut uns! In einer  Stellungnahme loben wir die neuen planerischen Zielsetzungen und schlagen noch einige Verbesserungen vor, unter anderem ein möglichst autofreies Quartier und noch mehr Grün.

Außerdem (und vor allem!) fordern wir für die weitere Bauleitplanung zu diesem Gebiet neue Verfahren für eine breite und aktive Beteiligung aller Interessierten. Damit hier wirklich lebendige Quartiere entstehen, müssen Verfahren gefunden werden, die weit über die gesetzlich vorgeschriebene Bürgerbeteiligung hinausgehen. Dafür werden wir uns auch weiterhin mit aller Kraft stark machen!

Lesen Sie unsere Stellungnahme im Wortlaut als pdf.

Ausschnitt aus dem Entwurf für einen neuen Flächennutzungsplan für Dresden, Stand 29.06.2018. Für das Gebiet des Alten Leipziger Bahnhofs sind Wohnen und Gewerbe, Grünverbindungen und Kultureinrichtungen vorgesehen, aber kein großflächiger Einzelhandel mehr. (Quelle: Ratsinformationssystem, Landeshauptstadt Dresden, V1939/17).


6. Juni 2018        Ideenpapier

Dresdner Baukultur im 21. Jahrhundert – Ein Programm für das Gebiet am Alten Leipziger Bahnhof

Schrittchen für Schrittchen bewegen die Gremien der Stadt Dresden sich weg von der Idee eines Großmarktes am Alten Leipziger Bahnhof. Damit wird der Weg frei dafür, das Potential dieses Ortes wie auch der angrenzenden Quartiere für die Zukunft von Dresden neu in den Blick zu nehmen.
Die Initiative „Wohnen am Leipziger Bahnhof“ möchte diese Debatte nach Kräften anregen. Dazu haben wir ein Ideenpapier verfaßt und am 6. Juni 2018 an alle Stadträte sowie an die Beigeordneten Herrn Schmidt-Lamontain (Stadtentwicklung) und Frau Klepsch (Kultur) geschickt. Die darin formulierten Gedanken werden u.a. von Herrn Prof. Glaser (ehem. sächsischer Landeskonservator) und von Uwe Brösdorf, dem Vorsitzenden des Bundes Deutscher Architekten/Landesverband Sachsen, unterstützt.

Im Kern geht es darum, über die übliche Bauleitplanung hinaus eine zukunftweisende, international beachtete Planung für das Gebiet zu initiieren. Dazu schlagen wir vor, neue Formen von Planungswettbewerben zu entwickeln, die künftigen Nutzer*innen intensiv einzubinden und den gesamten Prozeß mit der Bewerbung Dresden als Kulturhauptstadt Europas für das Jahr 2025 zu verbinden.
Einbezogen werden soll das gesamte Gebiet nördlich der Leipziger Straße zwischen dem Bahnhof Dresden-Neustadt und dem Puschkinplatz. Dieses historisch bedeutende ehemalige Industriegebiet bietet viel Raum für einen echten städtebaulichen Aufbruch – ähnlich wie die Gartenstadt Hellerau zu Beginn des vorigen Jahrhunderts. In Hellerau erlangte eine umfassende städtebauliche und gestalterische Reformbewegung internationale Bedeutung. Ähnliches ist jetzt am Alten Leipziger Bahnhof möglich.

Das Motiv des Miteinanders bildet in der Bewerbung Dresdens als Kulturhauptstadt ein zentrales Element. Miteinander – damit ist auch die aktive Auseinandersetzung und gemeinsame Willensbildung von allen Dresdnerinnen und Dresdnern gemeint. Wie wichtig das ist, zeigt sich nirgendwo deutlicher als im Städtebau: Gute Quartiere und lebenswerte Städte entstehen – davon sind wir überzeugt – heutzutage nur durch intensive Beteiligung von Allen, die dort leben, arbeiten, Geld verdienen, genießen oder etwas gestalten wollen.

Deshalb schlagen wir vor, genau hier und genau jetzt neue Wege in der Stadtplanung für Dresden und für Europa zu gehen. So schaffen wir  langfristig einen neuen Anziehungspunkt in Dresden – für Einheimische und Gäste!

>> Weiterlesen: Das Ideenpapier als pdf

Wir freuen uns auf eine lebhafte Debatte mit den politisch Verantwortlichen in Dresden, mit Planer*innen und mit Ihnen und Euch!


Aufgepasst, hier lässt sich was entwickeln! Auf Zickzackkurs durch ein Gebiet im Umbruch // mit Prof. Dr. Erika Schmidt und Kati Bischoffberger

Sonntag, 6. Mai 2018, 16 bis 17 Uhr
Treffpunkt: Neustädter Bahnhof, Ausgang Hansastraße

… ein Stadtrundgang der besonderen Art im Rahmen des Programms Jane’s Walk Festival Dresden 2018, organisiert von Dresden zu Fuss e.V., inspiriert vom Wirken der kanadisch-amerikanischen Stadtaktivistin Jane Jacobs.   Weitere Informationen…


Pressemitteilung 16.04.2018:

 Bürgerinitiative wird durch Bürgermeister bestätigt!

Neues Wohn- und Lebensviertel um den Alten Leipziger Bahnhof möglich und nötig

Die Bürgerinitiative “Wohnen und Leben am Alten Leipziger Bahnhof” setzt sich intensiv für eine nachhaltige Entwicklung des gesamten Gebiets nördlich der Leipziger Straße (bis zur Erfurter Straße und Bahndamm) zu einem durchgrünten Gebiet mit einer Mischnutzung aus Arbeiten, Freizeit, Kultur und Wohnen ein. Leider wird diese – auch von der Stadtverwaltung bevorzugte – Entwicklung bislang durch einen städtebaulich veralteten Beschluss zum Bau eines Einkaufzentrums mit riesigen Parkplätzen verhindert.

Am 16.04. hat die Verwaltung nun die finalen Untersuchungsergebnisse zu den “Potentialen und Restriktionen” auf diesem Gebiet vorgestellt. Die wichtigsten Ergebnisse:

Ca. 1.600 Wohnungen in lockerer Bebauung gemischt mit kleingewerblicher Nutzung können auf dem Gesamtareal des Masterplans laut dem Gutachten neu entstehen. Die angebliche Lärmbelastung durch die Bahnstrecke besteht nicht. Die verkehrsbedingten Emissionen der Leipziger Straße können bautechnisch, vergleichbar anderer innerstädtischer Lagen an verkehrsreichen Straßen und durch die Anordnung von Gewerbe und Wohngebäuden bewältigt werden.

Hierzu erklärt Frau Prof. Erika Schmidt, Mitglied der Bürgerinitiative: “Wir fühlen uns durch die vorgetragenen Ergebnisse mehr als bestätigt. Das Filetstück mit dem Leipziger Bahnhof bietet außergewöhnliche Chancen für die Stadtentwicklung! Es verdient Besseres, als für ein großes Einkaufszentrum und Parkplätze genutzt zu werden.” Die Bürgerinitiative fordert die Mitglieder des Stadtrats auf, nun den veralteten Aufstellungsbeschluss für das Einkaufszentrum zurückzunehmen und den Weg frei zu machen für eine Nutzung, die die wachsende Stadt Dresden dringend benötigt.

Ergänzend stellt Judith Brombacher, Sprecherin der Bürgerinitiative fest: “Die heute vorgestellten Untersuchungsergebnisse bedeuten, dass auf diesem Areal ein lebendiger Stadtteil für Dresden – ein Vorzeigeprojekt – und gleichzeitig der dringend benötigte innerstädtische Wohn- und Arbeitsraum entstehen kann. Genau dies war und ist die Forderung unserer Petition [2], die mit ihren über 4000 Unterzeichnenden diesen positiven und konstruktiven Weg mit angestoßen hat. Wir sind sehr froh, dass wir bis zu den sehr erfreulichen Ergebnissen der Untersuchung unseren kleinen Teil an dieser Entwicklung beisteuern konnten.“

Deutlich wurde beim Pressetermin der Stadtverwaltung, dass die möglichen 1.600 Wohnen auf dem gesamten Areal dann nicht realisierbar wären, wenn ein großes Einkaufszentrum auf das Gelände Leipziger Bahnhof kommt. Der dadurch entstehende Verkehrslärm, zusammen mit dem Lärm durch vorhandenen Gewerbe und Kultureinrichtungen verhindert eine solche Wohnbebauung.

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4.344 Mitzeichnungen – ein deutliches Zeichen für ein lebendiges und mutiges Stadtviertel und Wohnbebauung auf dem Geländes des Leipziger Bahnhofs! 

Vielen Dank allen Menschen, die unser Anliegen unterstützt haben.

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 Weg frei machen: Wohnen und Leben am Leipziger Bahnhof

Alten Bebauungsplan aufheben!

Petition Beschlusstext

Wir fordern den Stadtrat auf, unverzüglich den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan 6007 (V 1234/11), Dresden-Neustadt, „Globus SB-Markt am Alten Leipziger Bahnhof“ mit 12.000 qm Verkaufsfläche und 1.047 Stellplätzen am Alten Leipziger Bahnhof aufzuheben und stattdessen, unter Berücksichtigung der Denkmalschutzbelange, ein neues Wohnquartier zu planen.

Begründung

Dresden wächst jedes Jahr um ca. 5.000 Einwohner. Waren es kurz vor der Jahrtausendwende noch unter 500.000 EinwohnerInnen, so erscheint jetzt sogar eine Einwohnerzahl von bis zu 600.000 im Jahr 2030 realistisch. Diese Entwicklung ist erfreulich und insbesondere die große Anzahl an Kindern macht das Leben in Dresden fröhlich und lebendig.

Das Wachstum stellt aber auch eine große Herausforderung dar. Schulen und Kitas müssen neu entstehen, der Verkehr muss platzsparender und schadstoffärmer werden und viele kleine Grünoasen müssen in der sich verdichtenden Stadt für Naherholung und Ausgleich sorgen. Insbesondere brauchen wir mehr Wohnraum und dezentrale Versorgung (Büro, kleine Geschäfte, Gastro, Kultur). Diese Notwendigkeit hat die Stadt auch schon erkannt und plant grundsätzlich die Stadtentwicklung unter dem Motto „kompakte Stadt im ökologischen Netz“.

Das Areal um den Alten Schlachthof und auf dem Alten Leipziger Bahnhof (zwischen Elbe, Erfurter Straße und Bahndamm) in der Leipziger Vorstadt ist ein idealer Ort, um Wohnen, Arbeiten, Leben und Freizeit mitten in der Stadt zu entwickeln. Hier könnte ein lebendiges und neues Wohnviertel entstehen. Ein Viertel der kurzen Wege, ideal angebunden an den Neustädter Bahnhof, den ÖPNV und die Elbwiesen. Ein Viertel, ideal für eine sich verdichtende Stadt. Ein Viertel, welches endlich eine erlebbare Verbindung zwischen Pieschen und der Neustadt schafft. Ein Viertel, das ein Juwel für die Stadtentwicklung ist.

Um eine Entwicklung in diese Richtung wieder anzustoßen, hat der Stadtrat im Jahr 2015 beschlossen, den ursprünglichen Masterplan aus 2009 wieder aufzunehmen und auf dem gesamten Gelände um den Alten Leipziger Bahnhof ein gemischtes Wohngebiet zu planen (V2940/14).

Allerdings wird die Umsetzung dieses Beschlusses momentan noch durch einen von der Zeit überholten Bebauungsplanentwurf aus dem Jahr 2011 behindert (Aufstellungsbeschluss Bebauungsplan 6007, V1234/11). Laut diesem Bebauungsplan sollte auf großen Teilen des Geländes ein riesiges Einkaufszentrum mit über 1.000 Parkplätzen entstehen. Ein solches Stau erzeugendes Einkaufszentrum, das Kaufkraft aus den angrenzenden Stadtvierteln abzieht und im Herzen Dresdens einen drei Fußballfelder großen Parkplatz entstehen lässt, stünde den verkehrspolitischen und Stadtentwicklungs-Zielen Dresdens komplett entgegen.

Für eine positive Entwicklung von Pieschen, der Neustadt und dem Areal der Leipziger-Vorstadt ist nun unabdingbar, dass der Entwurf des Bebauungsplans 6007 endlich aufgehoben wird. Nur dann kann die Stadt das neue Stadtquartier mit vielen Wohnungen und kleinen Parks im Herzen Dresdens weiter voran bringen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich daher im Mai 2017 Ortsbeiräte von Neustadt und Pieschen ausdrücklich für ein neues Wohn-Stadtquartier und gegen die überholten Einkaufszentrum-Pläne ausgesprochen. Diesem politischen Willen aus beiden Stadtteilen ist der Stadtrat bislang leider nicht gefolgt.

Daher ist nun das Ziel dieser Petition, den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan 6007 endlich aufzuheben.

Dresden braucht Wohnungen – kein Stau auf der Leipziger – Geschäfte in Stadtvierteln erhalten